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„Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung“ – mit diesem Ruf bekennen wir in der heiligen Woche unseren Glauben an die erlösende Kraft des Kreuzestodes Christi. Der ursprüngliche Schandpfahl und das Marterwerkzeug römischer Herrschergewalt ist für Christen aller Konfessionen Zeichen der unfassbaren Liebe Gottes und Erinnerung an die Botschaft der Auferstehung: der Gekreuzigte lebt! Er ist auferstanden (vgl. Mk 16,6).
Bald dürfen wir im Bistum Augsburg ein Doppeljubiläum feiern: Vor 1100 Jahren, am 28. Dez. 923, wurde Ulrich von Wittislingen zum Bischof von Augsburg geweiht und vor 1050 Jahren, am 4. Juli 973, ging er nach einem Leben voll Tatkraft und Fürsorge in den Frieden und die Glückseligkeit Gottes ein. Fünfzig Jahre also war Ulrich Hirte und Lehrer seiner Diözese, in einer von Krieg, Zerstörung und Not geprägten Zeit. Gerade sein sozial-caritatives Wirken soll im Mittelpunkt des kommenden Jubiläums stehen.
Seit Jahrhunderten ist es guter Brauch, für solche Gedenkjahre ein Ulrichskreuz als Erinnerungszeichen zu prägen. Dabei nimmt man einerseits Bezug auf die Erzählung von der Erscheinung des Engels am Tag der Lechfeldschlacht (10. August 955) und macht andererseits greifbar, dass der hl. Ulrich alle Hoffnung auf Gott setzte. Denn der Überlieferung nach besteht der innerste Kern des prächtigen Ulrichskreuzes, das die Basilika St. Ulrich und Afra hütet, aus Partikeln vom Kreuz Jesu: schlichtes Holz und doch von unendlicher Kostbarkeit! Aus dieser Tradition heraus werden die Ulrichskreuze im diesjährigen Jubiläum seit langem wieder aus Holz gefertigt sein. Im Heiligen Land aus Olivenholz hergestellt, tragen sie das bekannte Motiv der Kreuzigungsgruppe. Den Kontakt zu einer handwerklichen Kooperative in Bethlehem vermittelte Dr. Michaela Richter, Leiterin des Jerusalem Büros des Deutschen Vereins vom Hl. Land. Ihr Vortrag gibt einen Einblick in die Situation und Lebensbedingungen der Christen als religiöse Minderheit in Israel und Palästina heute, ihre Bedeutung, Perspektiven für die Zukunft, und die sozialen, religiösen und politischen Rahmenbedingungen des Lebens im Heiligen Land.
Im Anschluss daran stellt Prof. Dr. Wolfgang Augustyn die Entwicklung des Ulrichskreuzes dar und geht besonders auf die Tradition des Wallfahrtsandenkens ein.
Die jeweils 30-minütigen Vorträge werden in einem moderierten Podiumsgespräch von Bischof Dr. Bertram Meier um die theologisch-spirituellen Aspekte des Ulrichskreuzes ergänzt. Museumsleiterin Melanie Thierbach M.A. erläutert, welchen Herausforderungen sich die Museumspädagogik angesichts von Kindern und Jugendlichen, die ohne Bezug zur christlichen Tradition aufwachsen oder einer anderen Religion angehören, stellen muss.

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