Im Dekanat Pfaffenhofen unterwegs zu drei Ulrichskirchen

Den Frühling begrüßen wir im weltgrößten Hopfenanbaugebiet, der Hallertau. Startpunkt ist das malerische Pfaffenhofen, wo wir einige bedeutende Kirchen anschauen können, bevor wir zu den Ulrichszielen des Dekanates aufbrechen. Es geht zu den Ulrichskirchen von Ehrenberg und Lindach, die beide herrlich auf ihren jeweiligen Hügeln ins Land hineinschauen. Am Ilmradweg entlang radeln wir ins Bistum Regensburg zum kunstgeschichtlichen Höhepunkt der Tour, der verwunschen daliegenden Kirche St. Ulrich und Afra in Ainau. Bevor wir zum nächstgelegenen Bahnhof in Ernsgaden weiterfahren, können wir noch im schönen Geisenfeld herumschlendern und die Kirche besuchen.

Gesamtstrecke: 46124 m
Maximale Höhe: 486 m
Minimale Höhe: 360 m
Gesamtanstieg: 379 m
Gesamtabstieg: -451 m
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Anfahrt: Bahnverbindung von Augsburg über München nach Pfaffenhofen a.d. Ilm

Rückfahrt: Bahnverbindung von Ernsgaden über Ingolstadt und München nach Augsburg, direkte Fahrtmöglichkeiten nach Neuburg und Donauwörth

Bei Anreise mit dem Auto und daher notwendiger Rückkehr nach Pfaffenhofen empfehlen wir, ab Geisenfeld auf dem Ilm-Radweg zurückzuradeln.

Wegverlauf: Pfaffenhofen a.d. Ilm – Ehrenberg – Lindach – Pörnbach – Rohrbach – Ainau – Geisenfeld – Ernsgaden

Strecke: 46,2 km.

Höhenunterschied: ca. 530 m. bergab, ca. 521 m bergauf

Anforderung: Einfache Radtour auf Asphaltstraßen und Forstwegen, durchgehend beschilderte Fahrradrouten

Einkehrmöglichkeit: In Lindach Z´Linda, einige Möglichkeiten in Pfaffenhofen, Rohrbach und Geisenfeld

Beste Jahreszeit: Ganzjährig möglich

Wichtig: Bei der Pfarrei Geisenfeld (Tel.: 08452/388) rechtzeitig, spätestens beim Losfahren in Pfaffenhofen, einen Termin für die Kirchenöffnung in Ainau vereinbaren! Rechnen Sie bis dorthin mit ca. 4 Stunden (ohne Einkehr, sonst länger)!

Wir rollen vom Bahnhof (1) die Bahnhofstraße hinunter zur B13, um sie zu überqueren und nahezu geradeaus in der Münchner Straße in Richtung der schönen Altstadt von Pfaffenhofen (2) zu radeln. Dabei biegen wir links in die Moosburger Straße ein, überqueren die Ilm und den Kreisverkehr dahinter und schieben unser Rad auf den verkehrsberuhigten Hauptplatz, der sich zwischen Rathaus und Stadtpfarrkirche erstreckt. Diese und die kleine Spitalskirche gegenüber laden als erste spirituelle Rastplätze ein.

06.01

Das lebhafte Pfaffenhofen mit seinen schönen Kirchen ist heute unser Startpunkt.

Es ist schon eine erwähnenswerte Besonderheit, dass der Ort zu drei katholischen Bistümern gehört: Regensburg und München haben kleinere Anteile am östlichen bzw. südlichen Stadtrand, das Zentrum jedoch „gehört“ Augsburg. Das geschichtsträchtige Städtchen, das 1388 einen großen Stadtbrand zu ertragen hatte, bekam danach die stattliche dreischiffige Basilika mit dem fast 78 m hohen einzigartigen Turm. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist, barockisiert und mit Wessobrunner Stuck versehen. Aus dem Vorgängerbau stammt noch der Taufstein. Auf dem 1672 geschaffenen Hochaltar finden wir oben rechts eine Figur des hl. Ulrich.

Wenn wir noch ein Stück zum Tourismusbüro gehen, das auch eine öffentliche Toilette beherbergt, können wir ein modernes Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus entdecken. Die Spitalskirche gegenüber der Stadtpfarrkirche lohnt außerdem einen kurzen Blick ins Innere.

Die Hospizkirche des früheren Franziskanerklosters wurde in den Jahren von 1716 bis 1719 errichtet. Ihre barocke Ausstattung erscheint trotz der vielen historischen Wirren um dieses Gotteshaus, das u.a. als Lagerraum für Getreide und Munition diente, beachtlich harmonisch. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts schmückte ein Deckengemälde des berühmten C. D. Asam das Kircheninnere. Die heutigen Deckenfresken stammen dagegen aus dem Jahr 1952 und zeigen verschiedene Szenen aus dem Leben des hl. Franz von Assisi. Die Kirche wird heute für Gottesdienste, Hochzeiten und Konzerte genutzt.

Nun machen wir uns aber auf den Weg zu den Zielpunkten Ulrich im Dekanat Pfaffenhofen! Dazu biegen wir vom Hauptplatz nun links (also nach Norden) in die Ingolstädter Straße ab und radeln gemütlich aus dem Städtchen hinaus. An einem großen Kreisverkehr sollten wir den Radweg auf der linken Straßenseite wählen, da dieser bis zum Ortsende erhalten bleibt. Wir überqueren auch die Anton-Schranz-Straße, halten uns dann aber rechts, um auf den Fahrradweg entlang der B13 zu gelangen. Dieser führt uns nun über eine kleine Anhöhe, bevor wir das Dorf Haimpertshofen erreichen, dessen Stephanskirche immerhin aus dem 14. Jahrhundert stammt. Ein paar Hundert Meter später biegen wir links auf eine Landstraße ab, die uns an Angkofen und Gittenbach vorbei nach Ehrenberg (3) führt.

06.02

In Ehrenberg fällt die erhöht gelegene Ulrichskirche sofort ins Auge.

An der erhöht gelegenen Ulrichskirche fällt uns sogleich der gedrungen wirkende Turm auf, der auch als ältester Bestandteil der schmucken Dorfkirche feststeht. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert, während das Langhaus erst nach dem 2. Weltkrieg neu errichtet wurde. Innen können wir aber einen eindrucksvollen hl. Ulrich auf dem Hauptaltar bewundern. Die Kirche ist an Wochenenden und Feiertagen tagsüber geöffnet.

Mit Schwung geht es wieder vom Kirchhügel zur Straße hinunter und nach links. Wir erreichen nach einem Aufstieg bei der anschließenden flotten Abfahrt den Ort Tegernbach und folgen der Fahrradbeschilderung, die rechts auf den Kirchweg abbiegt. Wieder leicht bergauf erreichen wir erneut die Hauptstraße, halten uns hier und bei der nächsten Verzweigung rechts. Das Örtchen Lindach (4), unser nächstes Ziel, liegt nun bereits vor uns.

06.03

Auch in Lindach müssen wir zur Kirche St. Ulrich einige Treppen hinaufsteigen.

Weithin sichtbar auf einem Hügel liegt die Ulrichskirche, die aber sogar noch älter sein dürfte als die in Ehrenberg, da sie sich auf das 13. Jahrhundert zurückdatieren lässt. Das Langhaus dagegen stammt von 1854.

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In der malerischen Hallertau finden sich immer wieder Spuren traditioneller Frömmigkeit.

Wir radeln durch den Ort und halten uns an einer Verzweigung links. Nun beginnt eine malerische Strecke durchs Hopfen- und Spargelland. Wir passieren ein schönes Wegkreuz mit Rastplatz (5), fahren über diese Kreuzung und folgen stets den Wegweisern in Richtung Pörnbach. Sie leiten uns an den Weilern Weichenried und Oberkreut vorbei und führen nach Maushof. Hier geht es nun bergauf nach Pörnbach. Unterwegs kommen wir an einem hübschen Marienbildstock (6) vorbei. Im Ort selbst stoßen wir auf eine Straße, der wir kurz rechts folgen, sie dann aber noch in Sichtweite wieder verlassen, um in der Lindenstraße einen längeren Anstieg zu bewältigen, der zum Glück hinter dem Ort in einem schönen Wald schattig wird. Am höchsten Punkt gabelt sich der Weg, wir halten uns links und radeln nun bergab auf Gambach mit seinem Zwiebelturm der alten Laurentiuskirche zu. Wir stoßen auf eine Ortsstraße und fahren nach links, dann bei der Landstraße allerdings nach rechts.

Nun kommen wir der Autobahn immer näher und unterqueren sie in rasanter Abfahrt (Vorsicht, scharfe Kurve!). Ottersried mit seiner Kirche St. Peter und Paul wird durchquert, wir nähern uns Rohrbach und fahren zum alten Zentrum mit Schloss und Alter Kirche, die beide einen Abstecher lohnen. Ab hier führt unser Weg von der Landstraße weg nach links auf den Amtmannweg, der uns wieder leicht bergauf und aus Rohrbach hinaus lenkt. Wir folgen dem schmalen Sträßchen und gelangen an Bahngleise, die wir schließlich vermittels eines Tunnels unterqueren. Dahinter treffen wir gleich in Fahlenbach ein, wo wir bei der Hauptstraße nach rechts abbiegen und die Ilm überqueren. Ein Anliegersträßchen führt uns schräg links von der Hauptstraße weg an den Ortsrand von Königsfeld. Nun ist es für längere Zeit unmöglich, sich zu verfahren, folgen wir doch dem Ilmradweg für fast 5 km.

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Hinter Königsfeld fahren wir längere Zeit auf dem Ilmradweg.

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Fast verwunschen liegt heute das Kirchlein in Ainau da – einst diente es wohl als Burgkapelle!

Erst bei der Abzweigung nach Wolnzach und Rottenegg biegen wir rechts vom malerischen Fluss ab und finden – im schon sichtbaren Wäldchen – fast etwas überraschend die uralte Kirche St. Ulrich und Afra von Ainau (7), die den kulturellen Höhepunkt unserer Radpilgerfahrt bildet.

Vermutlich wurde das leicht erhöht stehende Kirchlein 1220/30 als Burgkapelle einer heute nicht mehr rekonstruierbaren (Wasser-)Burg errichtet. Die romanische Apsidenanlage erfuhr bereits im 15. Jahrhundert eine gotische Umgestaltung. Der wunderbare Figurenschmuck besonders des sogar noch mit Farbresten erhaltenen Südportals zieht sofort die Blicke auf sich: Die Szene im Tympanon stellt das Gleichnis vom armen Lazarus dar, der in Abrahams Schoß aufgenommen wird. Darüber ein segnender Christus mit dem Buch des Lebens. Auf der rechten Seite neben dem Portal kann man den Einzug Jesu in Jerusalem erkennen, vielleicht sogar mit Einarbeitung des Zachäus, der das Treiben von einem Baum aus betrachtet. Im schlichten Inneren können wir u.a. den hl. Ulrich als Statue finden.

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An der uralten Ainauer Kirche St. Ulrich und Afra kann man romanischen Figurenschmuck bewundern, hier den Einzug Jesu in Jerusalem.

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Die Kirche in Geisenfeld, die größte der Hallertau.

Wir verlassen den idyllischen Ort, indem wir ein kurzes Stück auf dem Sträßchen weiterfahren, bald aber links in einen Rad-/Fußweg abbiegen. Dieser führt erst über freies Feld, dann entlang von Häusern direkt nach Norden und erreicht in einer Wohnstraße nach rechts biegend die Münchener Straße. Dieser folgen wir nun nach links und erreichen bald die Ilmbrücke und dahinter das Zentrum von Geisenfeld, in das wir hineinradeln – über die Klostergasse leicht bergauf. Der Sinnesgarten linkerhand oder der Klosterhof bald darauf zur Rechten laden zur Rast ein, aber auch die stattliche Stadtpfarrkirche von Geisenfeld (8) verdient mehr als einen Blick von außen.

Die größte Kirche der Hallertau ist Mariä Himmelfahrt geweiht und war früher die Abteikirche von Benediktinerinnen, mit der 1030 begonnen wurde. Besonders die Mauern des niedrigeren Stifterturmes stammen noch aus dieser Zeit, alles andere brannte im Mittelalter mehrfach ab. Erst im 18. Jahrhundert entstand dann eine umfassende Umgestaltung, deren äußeres Zeichen der höhere Turm ist, die aber auch das Innere der einheitlich wirkenden Saalkirche in ein barockes Kunstwerk verwandelte. Das große Hochaltarbild von M.A. Bassetti (1620) zeigt die Himmelfahrt Mariens inmitten zahlreicher Heiliger. Besonders berührend ist das Gnadenbild der Anna Selbdritt im nördlichen Seitenschiff, das etwa 1400 geschnitzt wurde. In dieser Kapelle ist auch die älteste Figur der Kirche erhalten, ein hl. Emmeram, der uns darauf aufmerksam macht, dass wir uns auf dem Territorium des Bistums Regensburg befinden.

Wir radeln nun bergab auf den großen Kirchplatz und wählen die schräg links nördlich abbiegende Dormayrstraße, die uns zur Maximiliansstraße bringt, wo wir uns rechts halten. Über die größere Kreuzung mit dem Kriegerdenkmal schräg links vor uns fahren wir geradeaus und bleiben nun weiterhin – bald auf dem linksseitigen Radweg – auf dieser Straße, die uns aus Geisenfeld hinaus und in leichten Kurven durch das Gebiet rund um den Weiler Nötting führt. In einem weiten Bogen geht es immer neben der Landstraße über die B16, dahinter durch eine Unterführung und nach Ernsgaden. Dort halten wir uns beim Kriegerdenkmal schräg rechts und kommen über die Bahnhofstraße zum Bahnhof Vohburg/Ernsgaden (9), wo wir die Heimreise antreten können.

Wir Autoren der Jubiläumsradtouren, Susanne und Walter Elsner, wünschen Ihnen eine gute Pilgerfahrt. Wenn Sie Rückfragen, Kritik oder Anregungen haben, schreiben Sie bitte in unser Kontaktformular auf unserer Homepage https://pilgerimpulse.jimdofree.com/. Dort finden Sie auch eine Vorschau auf die Ulrichsradtouren der nächsten Monate und können einen Pilgerausweis zum Ausdrucken herunterladen. Wünsche zu Vorträgen über die Ulrichspilgerwege oder das Pilgern allgemein nehmen wir für den jeweiligen Aktionsmonat gerne entgegen.